PSH · Pflegeschule Hoya

Früher

Von der Gründungsidee zur Berufsausbildung

Die Gründungsidee entwickelte Annette Alhorn während ihrer beruflichen Tätigkeit 1988. Als Pflegedienstleiterin eines Alten- und Pflegeheimes im Landkreis Diepholz, beeindruckten sie die zahlreichen Hilfskräfte, die ohne Ausbildung im Pflegeberuf mit großem Engagement und guter Intuition liebevoll und gewissenhaft ihrer Tätigkeit in der Pflege alter und auch schwerstkranker Menschen gerecht zu werden versuchten. Als Lehrerin für Pflegeberufe erkannte Frau Alhorn, dass eine Ausbildung der Mitarbeiter während der beruflichen Tätigkeit nicht im notwendigen Umfang zu leisten war.

Sie wechselte in die Lehrtätigkeit an eine Altenpflegeschule und suchte nach Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die sie für jene Mitarbeiter/innen ohne Erstausbildung konzipieren und anbieten wollte. Diese Absicht wurde von anderen Pädagogen in den Pflegeschulen heftig kritisiert, mit dem Argument, dass das so entstehende Halbwissen zu Selbstüberschätzung und gefährlicher Pflege führe. Dagegen hielt Frau Alhorn die hohe Motivation der Pflegehelfer, die jedoch oft aus existenziellen Erwägungen keine Schulausbildung beginnen konnten. Die Stelle aufzugeben und gegen eine – zu dieser Zeit – zweijährigen Schulzeit, bei hohen finanziellen Einbußen einzutauschen, schien vielen undenkbar. Andererseits verfüge die Altenpflege über ein hohes Potential an Mitarbeiterinnen, die ihre Eignung für diesen Beruf bereits bewiesen hatten. Aus dieser Situation heraus entstand die Idee, eine dreijährige Ausbildung in Teilzeitform zu gründen.

Im ersten Lehrgang (1990-1993) konnte die Idee in folgender Weise umgesetzt werden:
Jeweils zwei Mitarbeiter konnten sich einen Arbeitsplatz teilen. Während der eine Mitarbeiter die Schule besuchte, übernahm der andere den Dienst in der Pflegeeinrichtung (Jobcharing). Unterhalts- und Ausbildungskosten leisteten für die Dauer der schulischen Ausbildung die Arbeitsämter. Die Arbeitsplätze der Teilnehmer blieben erhalten, damit war ihre Existenzgrundlage gesichert.

Die Fachschule Altenpflege mit Teilzeitunterricht Annette Alhorn bildet seit dieser Zeit überregional Schüler und Schülerinnen aus. Das Bildungsangebot wurde von Mitarbeiter/innen im Raum Minden, Bremen und Leer ebenso angenommen wie im unmittelbaren Umfeld der Fachschule im Landkreis Diepholz, Nienburg und Verden. Der folgende Lehrgang (1993-1996) wurde überwiegend von Mitarbeiter/innen aus den Häusern belegt, in denen Schüler/innen sehr erfolgreich ausgebildet worden sind. Damit haben die verschiedenen Kooperationspartner in der Ausbildung der Fachschule das schönste Zeugnis ausgestellt, das sich eine Schule wünschen kann. Von diesem Zeitpunkt an etablierte sich das Bildungsangebot in Teilzeitform, welches in Niedersachsen eine besondere Stellung einnahm.

Die Tatsache, dass Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss und Abschluss als Altenpflegerhelfer/innen seit 2003 in die Berufsfachschule Altenpflege aufgenommen werden können, hatte Annette Alhorn veranlasst die einjährige Berufsfachschule Altenpflegehilfe zu gründen, die mit Wirkung zu August 2003 die Unterrichtstätigkeit in diesem Bildungsangebot aufgenommen hatte. Dieser Bildungsgang wurde mit dem Schuljahr 2008/2009 in Niedersachsen und damit auch an der BFS-ALFA wieder eingestellt.

Von der Teilzeitausbildung zur Bfs-AlfA

Gründungsstandort Wechold (1989-1998)

Fast ein Jahr dauerten Planung und Vorbereitung für die Gründung der Fachschule. Die Bezirksregierung Hannover genehmigte 1989 die Aufnahme der Unterrichtstätigkeit. Mit Unterstützung des Arbeitsamtes, konnte die Ausbildung am 01. März 1990 beginnen.Gegen ein geringfügiges Entgelt ermöglichte uns die Samtgemeinde Hoya zwei Klassenräume in Wechold, Gemeinde Hilgermissen. Die Kirchengemeinde Hoya überließ uns Schulmöbel. Weitere Medien wurden angeschafft, einschließlich einer umfangreichen Schulbibliothek

Bildungsstätte in Hoya (1998-2002)

1998/99 nachdem wir aus der Grund- und Hauptschule in das ehemalige Seminarheim des Landkreises Nienburg, der Bildungsstätte der Guttempler in die Kiebitzstraße nach Hoya umgezogen waren, vergrößerte sich die Fachschule erheblich. Die Möglichkeiten entsprachen den Bedürfnissen erwachsener Seminarteilnehmer. Wir hatten ein angemessenes und ruhiges Lernumfeld und schöne Aufenthaltsbereiche in und am Haus. Die Nutzung dieser Räume wurde im Dezember 2001 wegen Eigenbedarfs gekündigt. Der damit verbundene notwendige Umzug bedeutete für uns, dass die Ausbildung erstmals schulgeldpflichtig wurde. Diese Entscheidung wurde von der gesamten Schülerschaft mitgetragen.

Standort Bücken (seit 2002 bis März 2008)

Pünktlich zu den Osterferien 2002 hat die „Fachschule Altenpflege – Annette Alhorn“ das ehemalige Verwaltungsgebäude der Hastra in Bücken von der Avacon angemietet und für ihre Zwecke umgestaltet. Mit diesen Räumlichkeiten erweiterten sich die Möglichkeiten, weitere Bildungsmaßnahmen anzubieten. Die Gestaltung und Nutzung der Räumlichkeiten – 700 m² umbauter Raum – oblag erstmals allein der Altenpflegeschule. Hierbei haben alle gemeinsam (Schülerschaft, Lehrer und Träger) darauf Wert gelegt, dass die Räume freundlich, das Mobiliar praktisch, die Stühle bequem und die Medienausstattung modern ist.

Standort Hoya (seit April 2008 bis Juli 2020)

Im April 2008 haben wir unseren jetzigen Schulstandort in der Weserstraße 1, in Hoya bezogen. Im Obergeschoss des Famila-Warenhauses, in zentraler Lage am Busbahnhof, haben wir gemeinsam unser Dominizil eingerichtet. Von der Planung bis zur Vollendung ist hier in gemeinsamer Arbeit eine gelungene Einrichtung entstanden, in der wir mit Freude lernen. Zwei große Klassenräume, ein großer Gruppenarbeitsraum für unsere Medienarbeit bieten zwei Klassen gleichzeitig (mit je bis zu 20 Schüler/innen) Raum für ihre Ausbildung zu staatlich geprüften Altenpflegerinnen und Altenpflegern. Neben der zentralen Lage begrüßen wir die nahe liegenden Versorgungsmöglichkeiten in unseren Pausen. Parkplätze stehen reichlich zur Verfügung… und das Weserufer lädt zum Verweilen ein.